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Lexikon


Absoluter Seebeck-Koeffizient:
Gibt die differentielle Thermospannung pro K innerhalb eines einzelnen homogenen Leiters an, der einem Temperaturgradient unterliegt. Er kann nur über den Umweg der gemessenen Werte des Thomson-Effekts berechnet werden. Für Platin und Kupfer liegen verlässliche Werte vor. Der absolute Seebeck-Koeffizient ist nur von wissenschaftlicher Bedeutung.

Ausgleichsleitung:
Signalrichtige Verlängerung zwischen dem Thermoelement und dem Messwertaufnehmer.
Die Ausgleichsleitung liefert im eingesetzten Temperaturbereich die gleiche Thermospannung, weist jedoch eine komplett andere chemische Zusammensetzung auf als das Thermoelement. Allerdings ist der Bereich der Einsatztemperatur beschränkt. Da nach dem Gesetz der linearen Superposition die Summe der Thermospannungen in einem Thermomesskreis gleich der Summe vieler in Reihe geschalteter Thermoelemente ist, kann ein solcher Messkreis auch aus einer Reihenschaltung eines Thermoelements und einer Ausgleichsleitung gebildet werden.

EMF (Electro Motive Force):
siehe Thermospannung

Fermi, Enrico (1901 - 1954):
Italienischer Physiker, später in den USA eingebürgert.

Messstelle:
Ort zu bestimmender Temperatur, an dem die Spitze des homogenen Thermoelements räumlich und thermisch zu liegen kommt.

Messwandler:
Gerät, welches ein Eingangssignal in ein anders geartetes Ausgangssignal umwandeln kann. Häufig werden genormte analoge Ausgangssignale wie 4 ? 20 mA oder 0 ? 10 V benutzt. Immer häufiger werden auch digitalisierte Ausgangsignale wie RS232, RS485 oder USB benutzt. 

Peltier, Jean Charles Athanase (1785 - 1845):
Französischer Physiker; Entdecker des nach ihm benannten Peltier-Effekts.

Peltier-Effekt (1834):
Fließt in einem Leiterkreis, der aus verschiedenen elektrisch leitenden Materialien besteht, ein Strom, so werden die Kontaktstellen erwärmt bzw. abgekühlt. Der Peltier-Effekt ist somit in der Wirkung eine Umkehrung des Seebeck-Effekts.
Anwendung: Peltier-Element.

Relativer Seebeck-Koeffizient:
Gibt die Zunahme der Differenz aus den absoluten Seebeck-Koeffizienten der beiden Leiter pro K an.

Seebeck, Thomas Johann (1770 - 1831):
Mediziner; geboren in Tallin (Estland),
arbeitete später als Physiker,
Entdecker des nach ihm benannten Seebeck-Effekts.

Seebeck-Effekt (1821):
In einem aus unterschiedlichen elektrischen Leitern bestehenden elektrischen Kreis fließt ein Strom, wenn die Verbindungsstellen nicht auf gleicher Temperatur liegen.
Anwendung: Thermoelement, Thermogenerator.

Seebeck-Koeffizient:
Siehe relativer Seebeck-Koeffizient.

Temperatur:
Zustandsgröße, die Systeme im thermischen Gleichgewicht charakterisiert.
Maß für den Wärmezustand eines Mediums (T = Q/C).
Basisgröße des SI-Systems.
Wird in K oder °C angegeben.
Kann als Maß für die statistisch gemittelte Geschwindigkeit und damit für die kinetische Energie der Moleküle eines Mediums angesehen werden.

Thermoelement:
Eine aus zwei verschiedenen elektrischen Leitern bestehende Temperatur-Sensorik. Wird gewöhnlich aus Metallen gefertigt. Thermoelemente sind die am weitesten verbreiteten Temperatur-Messmittel.

Thermoelektrische Leistung:
Produkt aus Thermostrom und Thermospannung. Wichtig für die Energieumwandlung mit thermoelektrischen Effekten (Thermogeneratoren)

Thermokraft:
siehe relativer Seebeck-Koeffizient

Thermoleitung:
Signalrichtige Verlängerung zwischen Thermoelement und Messwertaufnehmer. Die Thermoleitung liefert im eingesetzten Temperaturbereich die gleiche Thermospannung und besitzt die gleiche nominale chemische Zusammensetzung wie das Thermoelement. Allerdings ist der Bereich der Einsatztemperatur beschränkt. Da nach dem Gesetz der linearen Superposition die Summe der Thermospannungen in einem Thermomesskreis gleich der Summe vieler in Reihe geschalteter Thermoelemente ist, kann ein solcher Messkreis auch aus einer Reihenschaltung eines Thermoelements und einer Thermoleitung gebildet werden.

Thermopower:
siehe relativer Seebeck-Koeffizient

Thomson, William, später Lord Kelvin (1824 - 1897):
Englischer Wissenschaftler, Entdecker des nach ihm benannten Thomson-Effekts

Thomson-Effekt (1847):
Fließt in einem aus unterschiedlichen elektrischen Leitern bestehenden  thermoelektrischen Kreis, in dessen Leitern ein Temperaturgefälle herrscht, ein Strom, so werden die einzelnen Leiter erwärmt bzw. abgekühlt.

Thermospannung:
Die von einem Thermoelement gelieferte elektrische Gleichspannung. Sie ist immer ein relatives Maß für eine Temperatur-Differenz und das Integral der Thermokräfte über der anliegenden Temperatur-Differenz. Daher ist der Einsatz homogener Thermoelemente und die genaue Kenntnis der Vergleichsstellentemperatur unabdingbar.

Thermostrom:
Der von einem Thermoelement gelieferte elektrische Strom. Er tendiert bei einem Thermoelement-Messkreis aufgrund der hohen Eingangswiderstände der Messgeräte gegen Null.

Vergleichsstelle:
Ort bekannter Temperatur, an dem die offenen Enden eines Thermoelements elektrisch an das Messgerät/den Regler angeschlossen werden. Da mit Thermoelementen immer nur eine Temperatur-Differenz gemessen werden kann, ist die Kenntnis der Vergleichsstellen-Temperatur unabdingbar für die Ermittlung der tatsächlich gemessenen Temperatur.